Diskussion:Ernst Wollweber

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Letzter Kommentar: vor 1 Monat von Sanandros in Abschnitt Vorschlag: Anmerkung betr. Auslieferung der Flotte
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Image:Wollweber.jpg

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Hallo, dieses Bild stellt vermutlich eine Urheberrechtsverletzung dar und wird von den Commons: gelöscht werden. Dankeschön. commons:User:pfctdayelise 17:00, 18. Feb 2006 (CET)

OK Danke.--Sanandros (Diskussion) 21:21, 29. Aug. 2024 (CEST)Beantworten

Neuaufbau Wollweber-Organisation

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Laut norwegischer Wikipedia ist der Neuaufbau der Wollweber-Organisation nach dem Krieg ein "Gerücht, das durch die Forschung nicht bestätigt wird". Solange es keiner belegt, schwäche ich die entsprechende Passage ab. --Gerd-HH 11:32, 16. Jan. 2008 (CET)Beantworten

Link http://www.foia.cia.gov/docs/DOC_0000014794/DOC_0000014794.pdf ist tot. --Gerd-HH (Diskussion) 15:31, 19. Mär. 2013 (CET)Beantworten

Findet sich unter dem Internet Archive (Memento vom 5. November 2010 im Internet Archive).--Sanandros (Diskussion) 21:17, 29. Aug. 2024 (CEST)Beantworten

Verwandte

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Ist er verwandt mit dem Hamburger Schauspieler Friedrich Wollweber? Weiß das zufällig jemand? Kopfballungeheuer 13:16, 27. Okt. 2008 (CET)Beantworten

Der Name ist nicht gerade häufig doch es lässt sich genügend Leute finden die ihn Tragen daher galue ich nicht dass sie verwadnt sind.--Sanandros (Diskussion) 21:19, 29. Aug. 2024 (CEST)Beantworten

"Forderung, den Kommunismus wieder verstärkt durchzusetzen"

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Im Artikel ist von Wollwebers "Forderung, den Kommunismus wieder verstärkt durchzusetzen" die Rede. Ich verstehe nicht, was damit gemeint sein soll: Ist nicht vielleicht eher der Sozialismus gemeint? und wurde der nicht in der DDR in den 1950er Jahren durchaus verstärkt durchgesetzt? Und gibt es vielleicht auch einen Beleg für diese angebliche Forderung? --Φ 18:11, 12. Dez. 2010 (CET)Beantworten

Über eine Woche keine Antwort - ich nehm den missverständlichen Satz raus. Gruß, --Φ 17:27, 20. Dez. 2010 (CET)Beantworten

Man spricht Deutsh

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"Um seiner Auslieferung an das Deutsche Reich zu entgehen, wurde er zu drei weiteren Jahren Haft verurteilt. " - klasse, Wikipedia, da spendet man doch dreimal so gerne. --95.118.155.135 18:48, 17. Jul. 2011 (CEST)Beantworten

Hättest gern die Formulierung ändern können, wenn Du es besser kannst. --Rita2008 19:08, 17. Jul. 2011 (CEST)Beantworten

Na, tolle Antwort :-( Um das sinnentsprechend zu ändern, muß man erst mal wissen, was damit eigentlich ausgedrückt werden soll. Hat er selbst seine Verurteilung betrieben, ein Geständnis abgelegt o.ä.? Oder hat das schwedische Gericht eie Auslieferung nicht zulassen wollen und ist darum die Verurteilung erfolgt? Ich selbst bin übrigens genau wegen dieser krummen Formulierung auf die Diskussionsseite gekommen. Es klingt wirklich sehr schräg, wie es da steht. 217.5.243.52 11:04, 28. Nov. 2011 (CET)Beantworten

Ich habe das mal korrigiert. Meistens sind krude Formulierungen auch nur Wissenslücken geschuldet. Solchen Lücken nachzugehen, ehrt jede/n Beitragende/n. --Schoener alltag (Diskussion) 20:19, 21. Okt. 2020 (CEST)Beantworten

Dissident Wollweber

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Zitat: Im Januar 1958 wurde gegen ihn ein Verfahren wegen „Verstößen gegen das Parteistatut“ eingeleitet, weiterhin wurde er zusammen mit Karl Schirdewan wegen „Fraktionstätigkeit“ aus dem ZK der SED ausgeschlossen.

Es wäre toll wenn erläutert würde, was konkret der Anlass zu diesem Verfahren war. Inwiefern eckte Wollweber bei der Führung an? Danke, Maikel (Diskussion) 13:41, 29. Mär. 2015 (CEST)Beantworten

In stalinistischen oder poststalinistischen Strukturen sind solche Dinge manchmal schwer zu erklären. (nicht signierter Beitrag von 178.0.164.185 (Diskussion) 15:18, 4. Nov. 2020 (CET))Beantworten

Unklar

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Was soll denn bitte die "Sabotageabteilung der Roten Armee" gewesen sein?

Und 1953 gab es noch kein MfS. (Weiter oben steht es richtig!) (nicht signierter Beitrag von 178.0.164.185 (Diskussion) 15:17, 4. Nov. 2020 (CET))Beantworten

Ja das steht tatsächlich gut im Text evlt steht das in Verbindung mit Sowjetische Partisanen.--Sanandros (Diskussion) 21:21, 29. Aug. 2024 (CEST)Beantworten

Auslieferung der Flotte

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Im Artikel steht: "Gegen die im Waffenstillstandsabkommen von Compiègne vorgesehene Auslieferung der deutschen Hochseeflotte an Großbritannien versuchte Wollweber die handstreichartige Besetzung der wichtigsten Kriegsschiffe und deren Auslieferung an Sowjetrussland zu organisieren, der Plan scheiterte jedoch im Januar 1919." Als Quelle wird Flocken, Scholz: Ernst Wollweber. 1994, S. 20, angegeben. Die Flotte wurde bereits im November 1918 nach England überführt, da kann also etwas nicht stimmen. --Kuhl-k (Diskussion) 10:41, 4. Jul. 2024 (CEST)Beantworten

Ja, das ist das Dilemma, so supergenau und unumstritten ist Flocken eben nunmal auch nicht. Wörtlich steht da

„Er [Wollweber] und seine radikalen Kameraden waren drauf und dran, im Januar 1919 mehrere Schlachtschiffe handstreichartig zu besetzen und den sowjetrussischen Hafen Kronstadt anzusteuern. Das wurde in letzter Minute verhindert.“

Flocken/Scholz: Ernst Wollweber, Seite 20

Vielleicht hatten sie schon im November geplant, im Januar zuzuschlagen... dann allerdings würde "in letzter Minute" nicht passen. Oder aber, es war eine Entführung aus Scapa Flow geplant? Tja, das weiß vielleicht nur Flocken. --Roxanna (Diskussion) 12:30, 4. Jul. 2024 (CEST) --Roxanna (Diskussion) 12:30, 4. Jul. 2024 (CEST)Beantworten

Wenn man Flocken wörtlich nimmt, dürfte es sich um die veralteten Schlachtschiffe Deutschland, Hannover, Schleswig-Holstein und Schlesien gehandelt haben, die nicht auszuliefern waren und sich in deutschen Häfen befanden. Ein Entführungsversuch der „wichtigsten Kriegsschiffe“, die auszuliefern waren, in das Russland der Oktoberrevolution zwischen der Bekanntgabe des Waffenstillstands am 11. November und der wenige Tage später beginnenden Ausfahrt nach Scapa Flow kann nicht gemeint sein, weil ein Scheitern im Januar 1919 dann falsch wäre.
Die Information im Text sollte dem Nachweis Flocken entsprechend geändert werden.--Gloser (Diskussion) 13:12, 4. Jul. 2024 (CEST)Beantworten
Im Buch beziehen sich die drei Sätze unmittelbar davor zwar auf die Auslieferung der Hochseeflotte, aber: Nur zu, mach! LG --Roxanna (Diskussion) 13:14, 4. Jul. 2024 (CEST)Beantworten
Frühestens nächste Woche, wenn ich das Buch wieder zur Hand habe.--Gloser (Diskussion) 15:19, 4. Jul. 2024 (CEST)Beantworten
Keine Hektik! Das ist über 100 Jahre her, es eilt nicht. LG --Roxanna (Diskussion) 15:55, 4. Jul. 2024 (CEST)Beantworten
In zeitnahen Berichten hier in Kiel ist davon nichts zu lesen (Popp, Artelt, Noske, Stabschef Hans Küsel, Zeitungen, ...), in der Lit. wird er nicht erwähnt (Dähnhardt, Rackwitz, Wette). Meine Vermutung ist, dass es sich um "Revolutionsromantik" handelt. Bei LEMO wird sogar behauptet, Wollweber wäre Vorsitzender des Obersten Soldatenrats in Kiel gewesen [1], das ist falsch, er wird nicht einmal als SR-Mitglied erwähnt. Lediglich Artelt erwähnt die Überführung der Schiffe in die UdSSR in einem späteren Bericht: 1._Marine-Brigade#Aufbau_der_Brigade. --Kuhl-k (Diskussion) 16:09, 4. Jul. 2024 (CEST)Beantworten
Revolutionsromantik wäre zwar denkbar, aber ich halte das für unwahrscheinlich. Ich habe zwar auch einige kommunistische Literatur über Kronstädter Matrosen, die Novemberrevolution, den Matrosenaufstand, den Januaraufstand oder die Volksmarine in der Hand gehabt, das aber darin noch nie gefunden. Dass ausgerechnet Flocken sich allerdings die Mühe gemacht hätte, ergebnisoffen auch kommunistische Literatur abzugleichen, halte ich sogar für noch weniger wahrscheinlich. Keine Ahnung, wo er das her hat, aber es steht eben genau so in seiner Biographie über Wollweber. --Roxanna (Diskussion) 16:16, 4. Jul. 2024 (CEST)Beantworten
Was qualifiziert Flocken außer seinem Studium an der HUB überhaupt? --scif (Diskussion) 17:39, 4. Jul. 2024 (CEST)Beantworten
Gute Frage! Vermutlich die rund neun Jahre als Redakteur beim FOCUS ... --Koschi73 (Diskussion) 20:16, 4. Jul. 2024 (CEST)Beantworten

Auch mir fallen unter Flockens Top-3-Eigenschaften nicht unbedingt Sorgfalt, Genauigkeit oder Unvoreingenommenheit ein. Flocken wäre wohl selbst gern wie Knoop, ist aber doch eher nur Konzelmann. Über seinen Ko-Autor kann ich aber nichts sagen, vielleicht taugt der ja mehr? --Roxanna (Diskussion) 00:23, 5. Jul. 2024 (CEST)Beantworten

Im Jahrbuch der Schiffahrt von 1968 gibt es einen Artikel von Wollwebers Frau, Erika Wollweber. Sie schreibt, dass im Obersten Soldatenrat (OSR) und in der Versammlung der Obleute und Vertrauensleute der Vorsitzende des OSR, Artelt, verlangt habe, die Flotte nach Kronstadt zu überführen. Noske hätte jedoch die Auslieferung an die Engländer durchgesetzt. Damit wäre der Zeitpunkt dieser Diskussion stimmig. Von einem "Handstreich" (Flocken/Scholz) ist keine Rede. M.E. sollten wir unbedingt noch Wollwebers eigenen Bericht, den er vermutlich in den 1950er Jahren für das SED-Archiv verfasst hat, hinzuziehen (BArch-Berlin SAPMO Sign. SgY 30/1036/1) [[2]]. Wenn hier niemand Zugriff darauf hat, würde ich die Unterlagen in Berlin bestellen.--Kuhl-k (Diskussion) 12:47, 5. Jul. 2024 (CEST)Beantworten

Einschub: Dazu eine fachliche Frage: Wenn hier niemand Zugriff darauf hat, würde ich die Unterlagen in Berlin bestellen Heißt du bekommst die Originale geschickt oder gehst ins Archiv oder bekommst Kopien oder oder... --scif (Diskussion) 11:32, 6. Jul. 2024 (CEST)Beantworten
Das wäre so oder so für die Arbeit an der Wiki als Eigenrecherche nicht statthaft; übrigens verschickt kein Archiv ein Original aus seinem Bestand.--Gloser (Diskussion) 11:49, 6. Jul. 2024 (CEST)Beantworten
Das Thema ist uferlos, in der Absolutheit sehe ich das nicht, wenn dort z.B. daraus Zahlen veröffentlicht werden. Aber ich weiß, das es da unterschiedliche Wahrnehmungen gibt. Und bitte, nicht mit Wikikonventionen kommen. Die Erde dreht sich auch weiter... --scif (Diskussion) 13:33, 6. Jul. 2024 (CEST)Beantworten
Ein Nachtrag: An der Darstellung von Erika Wollweber ist falsch, dass Artelt zu der Zeit Vorsitzender des OSR war. Dies war bis zum 10.12.1918 Lothar Popp, erst dann - und damit nach der Übergabe der Flotte an die Engländer - übernahm Artelt den Vorsitz. --Kuhl-k (Diskussion)
~ --Kuhl-k (Diskussion) 13:05, 5. Jul. 2024 (CEST)Beantworten
Wollweber hat seine Erinnerungen nicht für das Archiv der SED verfasst, sondern heimlich zur späteren Übergabe an Ulbrichts Nachfolger zur Belehrung und als Arbeitsmaterial. Honecker ließ sie dann sofort im Archiv verschwinden.
Vielleicht ist in Kiel zweimal diskutiert worden, weil bei Flocken vom Scheitern im „Januar 1919“ die Rede ist; in Wollwebers Aufzeichnungen gibt es allerdings den Abschnitt Der geplante 2. Aufstand in Kiel am 6. Febr. 1919. - Konterrevolution siegte.
Übrigens waren die von mir oben genannten größeren Kampfschiffe zwar bei Kriegsende vorhanden, aber größtenteils von zuvor stillgelegt bzw. entwaffnet und erst später wieder in Dienst gestellt worden.---Gloser (Diskussion) 14:22, 5. Jul. 2024 (CEST)Beantworten
Ich habe heute die Erinnerungen von Wollweber (als Scans) bestellt und melde mich wieder, wenn ich sie bekommen habe (was erfahrungsgemäß einige Wochen dauern kann). Dann können wir abklären, ob und wie wir das hier verwenden könnten. --Kuhl-k (Diskussion) 14:14, 6. Jul. 2024 (CEST)Beantworten
Bitte davon abzusehen, siehe Wikipedia:Keine Theoriefindung#Was ist Theoriefindung?.--Gloser (Diskussion) 15:23, 6. Jul. 2024 (CEST)Beantworten
Wovon absehen? Vermutlich meinst du, Theoriefindung betreiben, aber das können wir dann diskutieren, schlage ich vor. --Kuhl-k (Diskussion) 15:38, 6. Jul. 2024 (CEST)Beantworten

Es geht in diesem Falle eher nicht um TF oder OR, sondern lediglich um Präzisierung. Der "Fakt" ist ja in der Sekundärliteratur erwähnt, nur eben leider so "unpräzise", dass ein Abgleich mit Originaldokumenten durchaus einen enzyklopädischen Mehrwert bringt. Schön wäre es natürlich, hätten bereits Flocken und Co. ihre Arbeit richtih gemacht. --Roxanna (Diskussion) 12:07, 7. Jul. 2024 (CEST)Beantworten

Heutige (12.7.2024) Änderungen am Artikel: Interessant wäre es ja zu erfahren, ob Flocken/Scholz Quellen für ihre Aussage anführen und wenn ja, welche. --Kuhl-k (Diskussion) 15:52, 12. Jul. 2024 (CEST)Beantworten

Kann ich gleich mit Nein beantworten, direkte Quellverweise sind eher nicht so Flockens Präferenz. --Roxanna (Diskussion) 15:56, 12. Jul. 2024 (CEST)Beantworten
Gibt es indirekte Verweise? Vielleicht könnte man das (keine Quellenverweise) im Artikel anmerken? --Kuhl-k (Diskussion) 16:02, 12. Jul. 2024 (CEST)Beantworten
Schade dass Wollwebers Unterlagen erst 1938 Gemeinfrei werden, ansonsten hätte man sie direkt hochladen können.--Sanandros (Diskussion) 22:31, 12. Jul. 2024 (CEST)Beantworten
2038? --Roxanna (Diskussion) 23:07, 12. Jul. 2024 (CEST)Beantworten
Ganz so lange werden wir wohl nicht warten müssen. Ilko-Sascha Kowalczuk kündigte in seinem Artikel zu Wollweber in dem 2024 erschienenen letzten Band der NDB (S. 493) eine wissenschaftliche Edition von Wollwebers Erinnerungen bis 1948 an. --Koschi73 (Diskussion) 04:41, 13. Jul. 2024 (CEST)Beantworten
Ein im Januar 1919 gescheiterter Versuch Wollwebers, deutsche Schlachtschiffe nach Kronstadt zu überführen, wird in dem NDB-Artikel garantiert nicht vorkommen. Ich bin dafür, die fragwürdige Information aus dem Text zu entfernen.--Gloser (Diskussion) 17:15, 13. Jul. 2024 (CEST)Beantworten
Offenbar hast du mich missverstanden: Mein Hinweis betraf nicht den NDB-Artikel, der ja bereits erschienen ist, sondern die darin angekündigte wissenschaftliche Edition von Wollwebers Erinnerungen. In der Sache gebe ich dir aber recht. Die Information ist nicht schlüssig und unbelegt. --Koschi73 (Diskussion) 16:17, 14. Jul. 2024 (CEST)Beantworten

Den versuchten Zugriff auf die (Reste der) Flotte ganz zu streichen, bereitet mir Bauchschmerzen. Immerhin wird er auch dort erwähnt, immerhin schon deutlich relativierender und ohne die ja offenbar nicht passende Behauptung Flockens, dies wäre erst im Januar gescheitert. Gegebenenfalls müsste man eben ergänzen, dass es Unklarheiten oder Widersprüche oder so gibt, bzw. dass es sich eventuell um eine spätere Legendenbildung bzw. Überbewertung von vagen Ansichtsbekundungen oder so handeln könnte. --Roxanna (Diskussion) 17:05, 15. Jul. 2024 (CEST)Beantworten

Das würde ich unterstützen. "...spätere Legendenbildung bzw. Überbewertung von vagen Absichtsbekundungen..." Das sehe ich auch so. Dafür spricht auch, dass Karl Artelt ebenfalls erst später in zwei Berichten im SAPMO-Archiv (1956 und 1957) seine Bestrebungen (er erwähnt Wollweber nur als Teilnehmer an der entsprechenden Versammlung) für die Überführung der Flotte beschreibt. Auch Artelts Bericht ist widersprüchlich, denn er gibt als Zeitpunkt der Diskussion den Januar 1919 an und behauptet, er wäre dann nach einer verlorenen Kampfabstimmung darüber gegen Noske vom Vorsitz des Obersten Soldatenrats zurückgetreten. Er trat am 6.1.1919 zurück, da war Noske längst in Berlin und die Flotte überführt. Vielleicht hat sich dadurch bei Flocken/Scholz der Januar eingeschlichen. Je älter Artelt wurde, um so abenteuerlicher wurden seine Berichte. Er ist vermutlich zurückgetreten, weil er den Aufbau der 1. Marine-Brigade nicht verhindern konnte und die entsprechende Abstimmung im Obersten Soldatenrat verlor. Er hat das dann später mit der aus Sicht der 1950er Jahren besser passenden Geschichte erklärt. --Kuhl-k (Diskussion) 11:02, 16. Jul. 2024 (CEST)Beantworten
Ich habe jetzt die Erinnerungen von Wollweber (Bundesarchiv SAPMO) erhalten und durchgesehen. Ich melde mich mit meinen Erkenntnissen und Vorschlägen, wenn Gloser aus dem Urlaub zurück ist (6.9.) --Kuhl-k (Diskussion) 13:49, 29. Aug. 2024 (CEST)Beantworten

Vorschlag: Anmerkung betr. Auslieferung der Flotte

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Ich habe inzwischen das bestellte Dokument erhalten und weitere durchgesehen:

1. Rezension zu Flocken/Scholz (und Engelmann/Schumann): Karl Wilhelm Fricke: Die Wollweber-Biographie als Lehrstück. In: Bundeszentrale für Politische Bildung (Hrsg.): Deutschland Archiv. Zeitschrift für das vereinigte Deutschland, Bd. 28 (1995), 11, S. 1200–1202. Insgesamt attestiert Fricke der Wollweber-Biografie, dass die Autoren als gelernte Historiker solide gearbeitet hätten. Eine leichte Kritik könnte man vielleicht aus seiner Bemerkung "im Stil der politischen Reportage dargestellt" herauslesen. Nach Fricke haben die beiden "[e]rstmals ... die Memoiren Wollwebers vollständig sowie MfS-Akten aus den Archiven der GauckBehörde heranziehen" können. Fricke hat allerdings die Revolutionszeit in Kiel in seiner Rezension nur kurz gestreift und dürfte Flocken/Scholz’ Aussagen dazu nicht überprüft haben.

2. Flocken/Scholz (Ernst Wollweber. Saboteur – Minister – Unperson) bieten keine genauen Quellenangaben, aber auf S. 215–218 werden im „Quellen- und Literaturverzeichnis (Auswahl)“ die Dokumente aufgelistet, auf die sich die Autoren bei ihrer Darstellung gestützt haben. Dies betrifft für die hier diskutierte Frage vermutlich:

  • Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR [SAPMO, im Bundesarchiv], Zentrales Parteiarchiv[:] KPD-Akten, Kaderunterlagen, ZPKK-Akten, Unterlagen der Abteilung Sicherheit, SED-Parteitags- und ZK-Protokolle, Nachlaß Ernst Wollweber
  • Ernst Wollweber. Autobiographie für die Zeit bis 1947, 343 Seiten, (Manuskript)
  • Ernst Wollweber [eigentlich: Erika Wollweber, der Text stammt aber ziemlich sicher von ihrem damals inzwischen verstorbenen Mann, Ernst Wollweber]: Parole: Feuer raus! In: Jahrbuch der Schiffahrt 1968. Berlin 1967

3. SAPMO Wollweber: Der von mir durchgesehene Teil der SAPMO Quelle SgY 30/695 besteht aus sechs Abschnitten, die in Maschinenschrift verfasst wurden und bei denen handschriftliche Korrekturen, Kommentare, kritische Anmerkungen und Unterstreichungen vermutlich durch eine andere Person vorgenommen wurden. Ein von Flocken/Scholz beschriebener geplanter Handstreich zur Überführung der Flotte nach Russland, der im Januar 1919 scheiterte, ist in Wollwebers Berichten nicht feststellbar. Dies gilt auch für den Artikel im Jahrbuch der Schiffahrt (fast identischer Text). Auszug aus SAPMO S. 21 ff.:

„Hart prallten die Gegensätze im Obersten Soldatenrat und in der Versammlung der Obleute und Vertrauensleute aufeinander in der Frage, was wird aus der deutschen Flotte. Noske und sein Anhang schlugen vor, entsprechend der inzwischen festgelegten Waffenstillstandsbedingungen die Flotte an die Engländer auszuliefern. Wir verlangten: Die Flotte wird unter Dampf gesetzt und geht nach Kronstadt. Noske ging wie von einer Tarantel gestochen hoch. Das bedeutet nach seiner Erklärung die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten, ein Bruch der Waffenstillstandbestimmungen, die Besetzung ganz Deutschlands. Er bekam eine Mehrheit für die Auslieferung der Flotte an England. […] Als Noske die Ablehnung unseres Vorschlages, mit der Flotte nach Kronstadt zu gehen, durchgesetzt hatte und sich für die Auslieferung der Flotte an England ausgesprochen hatte, gaben wir die Parole des Streiks aus, mit der Aufforderung: Kein Matrose und kein Heizer geht auf ein Schiff, um diese Fahrzeuge an den englischen Imperialismus auszuliefern. Noske persönlich machte einen Werbefeldzug, und er bekam, wenn auch nur wenige, so doch genug zusammen, um seine verräterischen Handlungen durchzuführen.“

Wenn man sich Wollwebers weitere Darstellung ansieht, liegt es für mich nahe, dass Flocken/Scholz die geplante Flottenüberführung mit den Januar/Februar-Ereignissen 1919 vermischt haben, denn hier schreibt Wollweber tatsächlich von etwas Handstreich-ähnlichem, nämlich von einem von sechs Leuten geplanten zweiten Aufstand. Dazu liegen auch zeitgenössische Bestätigungen (u.a. vom damaligen Vorsitzenden des Obersten Soldatenrats Riefstahl) vor. Dieser Aufstand wurde als „Spartakus-Putsch“ bezeichnet und überlagerte den breiten Protest der Kieler Arbeiterschaft gegen Noskes kompromissloses militärisches Vorgehen gegen die Bremer Räterepublik. Der Kampf in Bremen wurde ganz wesentlich von der 1. Marine-Brigade, der Kieler Eisernen Division, getragen, deshalb kam es zu großen Protesten und einem ausgedehnten Streik in Kiel ([3]). Es folgen Auszüge aus Wollwebers Darstellung (SAPMO S. 24–27)

„Im Januar 1919 wurde immer klarer, daß sich in Kiel die Konterrevolution verstärkt und in Berlin starke konterrevolutionäre Kräfte bemerkbar machten. ... Die erste Eiserne Division … wurde immer stärker. Infolgedessen reifte bei einer kleinen Gruppe von Revolutionären der Gedanke, einen zweiten Aufstand in Kiel gegen Noske [der war zu der Zeit nicht mehr in Kiel] und seine Trabanten durchzuführen. Wir waren schon wieder fast illegal, wie in den letzten Tagen des Oktober und den ersten des November. In einem Hinterzimmer in einem Lokal am Lehmberg in Kiel kamen 6 Genossen zusammen, um den neuen Aufstandsplan zu beraten. Ich weiß, Karl Artelt war darunter und Lüderitz. … Der zweite Aufstand in Kiel war, wenn ich mich nicht sehr irre, auf den 6. Februar 1919 festgesetzt. Der Kampf, knapp begonnen, war schon verloren. Von meinem Platz auf dem Wohnschiff „Prinz Heinrich“, das wir in die Werft verholt hatten, um Angriffe auf diesen Punkt zu erschweren und die Verbindung zu den Werftarbeiter besser zu gestalten, waren alle Berufssoldaten und Maate verschwunden. Sehr wahrscheinlich hatte Noske schon Informationen, dass wir einen neuen Aufstand planten. Aber am 6. Februar in den Abendstunden kamen sie zurück von der Wasserseite mit Barkassen und von der Landseite kamen geschlossene Formationen und rückten auf „Prinz Heinrich“ zu. Ganz Kiel war schon fast in den Händen der Konterrevolution. … Vollkommen isoliert, nur mit Infanteriewaffen ausgerüstet, die Nutzlosigkeit eines Kampfes begreifend, wurde das alte Wohnschiff „Prinz Heinrich“ nicht mit den Waffen verteidigt, sondern vor der Besetzung durch die eiserne Division „verhohlten“ sich die einzelnen Matrosen in der Werft und tauchten dort zuerst unter.“

Meine ausführliche Analyse mit weiteren Auszügen kann hier betrachtet werden: [4] Wer außerdem einen Blick in die Quellen werfen möchte, kann mir eine E-Mail schicken.

Mein Vorschlag: Wir machen eine Anmerkung zu der Aussage, die sich auf Flocken/Scholz (S. 20) bezieht („…Auslieferung der deutschen Hochseeflotte an Großbritannien versuchte Wollweber die handstreichartige Besetzung der wichtigsten Kriegsschiffe und deren Auslieferung an Sowjetrussland zu organisieren, der Plan scheiterte jedoch im Januar 1919.“).

Diese Anmerkung könnte folgendermaßen lauten: Eine Durchsicht der von Flocken/Scholz für diese Aussage vermutlich benutzten Quellen (SAPMO und „Jahrbuch der Schiffahrt“) ergab, dass Wollweber betr. Auslieferung der Flotte nur von einer Diskussion mit Noske und von einer verlorenen Abstimmung aber nicht von einem Handstreich spricht. Wollwebers Zeitrahmen entspricht dabei dem November 1918, als die Flotte tatsächlich ausgeliefert wurde und Noske sich noch in Kiel befand. Im Rahmen seines weiteren Berichts über die Januar/Februar-Ereignisse 1919 in Kiel schreibt Wollweber dann von etwas Handstreich-ähnlichem, nämlich von einem von sechs Leuten geplanten zweiten Aufstand. Dieser Aufstand wurde als Kieler „Spartakus-Putsch“ bezeichnet, relativ schnell niedergeschlagen und überlagerte den breiten Protest der Kieler Arbeiterschaft gegen Noskes kompromissloses militärisches Vorgehen gegen die Bremer Räterepublik.

Ich denke, mit so einer Anmerkung könnten wir die Probleme WP:Keine Theoriefindung vermeiden. Wir würden nicht schreiben, dass Flocken/Scholz’ Aussagen falsch sind, machen aber einen Hinweis, dass es Zweifel daran gibt. --Kuhl-k (Diskussion) 13:20, 6. Sep. 2024 (CEST)Beantworten

Ich mache dann mal die entsprechende Anmerkung. Bitte gerne korrigieren, ergänzen, ... --Kuhl-k (Diskussion) 10:24, 9. Sep. 2024 (CEST)Beantworten
Du schreibst zu lange Texte.--Sanandros (Diskussion) 18:35, 9. Sep. 2024 (CEST)Beantworten