Adaption: Der Orchideen-Dieb (2002)
Für die ersten zwei Drittel ist der Film genau so brillant, wie vermutet: Charlie Kaufmann, der Mann für die besten Ideen Hollywoods, schreibt einen Film über Meryl Streep, die ein Buch schreibt, über Chris Cooper, der dann wieder in dem Film mitspielen will. Charlie Kaufmann schafft es aber nicht, Meryl Streep gerecht zu werden, und deswegen macht Charlie Kaufmann einen Film darüber, wie er es nicht schafft, einen Film zu schreiben, über Meryl Streep, die ein Buch schreibt. “Adaption.” ist genau dieser Film, und zwar geschrieben von dem echten Charlie Kaufmann, der wirklich daran scheiterte, diese Vorlage zu adaptieren. Wem das noch nicht Meta genug ist, der kann dem weinerlich-prätentiösen Charlie, kongenial gespielt von Nicolas Cage, dabei zusehen, wie er allerlei Weisheiten über das Drehbuchschreiben zum besten gibt, die dann wieder in diesem Film, der ein Drehbuch von Charlie Kaufmann ist, selbst vorgeführt, parodiert und konterkariert werden. Das alles ist so grandios, lehrreich, ideenreich und witzig, wie man glaubt. Für die ersten zwei Drittel eben. Dann nämlich gleitet der Film in die hollywoodesquen Gefilde ab, die sein Protagonist und Autor so verachtet. Natürlich ganz bewusst und total ironisch, aber es sind eben immer noch unschöne Strukturen, mit einer gegen Ende draufgeklatschten Moral, die so gar nicht zum sonstigen hohen Anspruch passen will. Ein enttäuschendes ironisches Ende ist eben immer noch enttäuschend. Trotzdem gut.