Twin Peaks - Der Film (1992)

Viel wurde dem Prequel zu Lynchs großartiger, absurder und einzigartiger Serien-Revolution vorgeworfen, zu obszön zu sein. Daran konnte ich nichts schlimmes finden, da es ihm ein offensichtliches Vergnügen war, sich kompromisslos im Sündenpfuhl Twin Peaks zu suhlen. Auch alles andere, was Fans an Surrealismus und Verwirrung an einem Lynch-Film lieben, bekommt man hier in ungewohnt hoher Potenz. Zu sagen, dem Film mangele es an jeglicher Eigenständigkeit, ist jedoch ein berechtigter Einwand. Nichtkenner der Serie steigen nach wenigen Minuten gezwungenermaßen aus, und Kenner bekommen praktisch keinen neuen Inhalt geboten. Zudem schießt Lynch mit aller Ausuferung atmosphärisch am reservierten Ton der Serie vorbei.
Anschließend hat es mir als Groupie Freude bereitet, noch mal ins Universum und in Lynchs visuelles Vokabular einzusteigen und den Wahnsinn zu genießen. Als eigener Film ist dies jedoch sein wohl bisher schwächster Eintrag, mehr einer kunstvollen Fanfiction gleichend.