Lowlife Love (2015)
Nippon Connection #2
Was “The Actor” in absurde Anekdoten kleidete, verpackt “Lowlife Love” dann als ungleich unterhaltsamere schwarze Komödie. Der Blick hinter die Filmfabrik-Fassade offenbart hier nämlich - natürlich - erstmal: Dicke Titten, dicke Egos, dicke Porno-Mafiosi. Am dreckigen Latrinenboden der japanischen Filmindustrie versucht dazwischen ein Widerling von Indie-Regisseur, der immer noch auf der Erfolgswelle seines einzigen Films reitet, sein nächstes Meisterwerk zu drehen - und nebenbei möglichst alle Darstellerinnen flachzulegen. Dass die Satire an sich relativ plump ist, ist egal, wunderbar frech und dreckig ist sie trotzdem, und, ehrlich gesagt, ein so billiger Film, dessen Produzent übrigens dafür Garderobe und Plattensammlung verkaufte, darf gerne ungeniert in alle Richtungen des Business treten. Dabei hantiert er beeindruckend elegant mit einem großen Figurenensemble gleichsam abstoßender wie liebenswürdiger Loser. Nicht allzu komplex, aber witzig und direkt wird so das Independentkino entromantisiert, und die schön sentimentale These aufgestellt, dass Kommerzhuren und Kunsthelden der Filmwelt letztlich alle notgeile Egomanen sind, aber auf der gleichen Seite stehen - weil sie neben Sex und Anerkennung halt auch das Kino mit Leidenschaft lieben.