The Forbidden Room (2015)
Oft ist man nicht sicher, wie viel Handlung eines Films man in einer Kritik preisgeben darf. Dieses Exemplar macht es mir insofern einfach: Es präsentiert einem wahrscheinlich um die 20 Geschichten, und bei keiner einzigen bin ich mir sicher, worum es eigentlich geht. Guy Maddin hat diverse scheinbar auf ewig verschollene Filme aus vergangenen Zeiten ausgebuddelt, nachverfilmt und mehr oder minder eng verbunden. Zusammen mit seinem - gelinde gesagt - eigenwilligen visuellen Stil ergibt sich so ein unmöglich zu überblickendes Potpourri, das man kopfschüttelnd ablehnen kann, oder bei dem man sich auf die scheinbar wie zufällig verbundenen Einzelszenen schlicht einlässt. Dann nämlich entsteht ein traumartiges Erlebnis, bei dem zwar nicht jede Geschichte gleichsam begeistert, mit einer Optik, die sich irgendwann dann auch abgenutzt hat, das aber dennoch ausreichend mit herrlich absurdem Humor und sehenswerten Einfällen gespickt ist. Wenn Maddin schließlich am Ende all diesen von der Leinwand verbannten Ideen offen seine Liebe erklärt, dann hat einen der Irrsinn sogar so mürbe gemacht, dass sein Enthusiasmus den Geschichtenliebhaber im Zuschauer tatsächlich ergreifen kann.