Guardians of the Galaxy Vol.2 (2017)
James Gunn zeigt erneut, was die Marvel-Formel sein kann, wenn man sie nicht nur als ausreichend unterhaltsame Belanglosigkeit und expansionswütiges Franchisebuilding interpretiert, sondern als Blockbusterkino, das Gestaltungswillen und Emotionen nicht seiner hochbudgierten Anspruchslosigkeit opfert. Trotz eines üppigen Figurenensembles und der höchsten Gag-Frequenz aller Marvel-Vehikel wird jedem Charakter Raum gegeben, in stillen Momenten über seine Gefühle zu reden, und auf Katharsis hingearbeitet. Auch wenn sie immer wieder (in der Regel ebenfalls gelungener als bei den Franchiseverwandten) humoristisch gebrochen werden, sind die emotionalen Szenen ehrlich und die Figuren liebenswert, statt ausschließlich coole Oneliner-Maschinen. Gepaart mit dem Mut zur Over-the-Top-Comic-Story und einem kräftig bunten Universum aus goldenen Aliens und Popkultur entsteht ein Streifen, dem zwar der Neuheitseffekt seines Vorgängers abgeht, der als qualitativer Unterhaltungsfilm aber dennoch zu überzeugen weiß.