The Hateful 8 (2015)

Ein “lediglich guter”, schwächerer Tarantino ist immer noch ein Film, der sich mit wesentlich mehr Spaß ansehen lässt als der Durchschnitt der Kinoware. All die altbekannten und heißgeliebten Qualitäten an Dialogschreibe und Inszenierung, an Spannung und sehenswertem Schauspiel sind einfach ein Standard, dessen sich sonst wohl kein heutiger Regisseur rühmen kann. Trotzdem kommt man nicht umhin, zu bemerken, dass sich der Meister des Filmzitats in seinem achten Werk vor allem bei sich selbst bedient, und genau daher rührt der den Spaß trübende Eindruck, dass hier lediglich Erwartungen erfüllt, aber nie übertroffen werden. “The Hateful 8″ ist letztlich die legendäre Kneipenszene aus “Inglourious Basterds”, auf drei Stunden gestreckt, gemischt mit dem Setting und der Rassismus-Debatte eines “Django Unchained”. Beides haben wir aber leider in besagten Filmen bereits besser gesehen, Story, Narration und Charaktere haben einen spürbaren (aber dennoch winzigen!) Rückschritt vollzogen. Das heißt aber nicht, dass man umhin käme, erneut eine uneingeschränkte Empfehlung auszusprechen, denn die drei Stunden vergehen wie im Fluge, und das ist immerhin etwas, dass man so heute nur bei Tarantino findet.